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Erfahrungsberichte und Stellungnahmen unserer Kommilitoninnen zu Beschlüssen im Senat

In der 188. sowie 189. Sitzung des Senates der HTW Dresden wurden die Rahmenbedingungen für das Prüfungsgeschehen im Sommersemester 2021 gesetzt. Nachdem die Studierenden durch den StuRa von den aktuellen Beschlüssen informiert wurden, erreichten uns zahlreiche E-Mails mit Erfahrungsberichten. Sie erzählen von Verunsicherung, Unverständnis, Überforderung mit der aktuellen Situation, aber vor allem Enttäuschung. Aber lest selbst...

 

"Es ist tatsächlich ein wenig merkwürdig woher die Begründung seitens der Hochschule kommt, dass sich dieses Semester von den anderen Corona Semestern soweit unterscheide, dass man den einzigen richtigen Nachteilsaussgleich, der uns Studierenden meiner Meinung nach aufgrund der Online Lehre auch zustehen sollte, abschafft.
Den Einzigen Grund seitens der Hochschule uns diesen Nachteilsausgleich zu streichen sehe ich darin, dass die Hochschule weniger Studierende dazu ermutigen will Prüfungen zu verschieben und somit länger zu studieren. Aber genau das Gegenteil wird eintreten. Ich kann nur für mich sprechen, gehe aber davon aus, dass die Mehrheit der Studierenden die ernsthaftes Interesse an ihrem Studium und den darauf folgenden Beruf haben, sowieso nicht unnötig das Studium hinauszögern wollen. Doch durch die Streichung der „Freiversuche“ wird eben dieses auch bei Leuten passieren, welche eigentlich die Prüfung bestehen könnten, wenn sie es wenigstens probiert hätten. Doch durch die Unsicherheiten, welche aufgrund von Online Lehre und Mehraufwand eindeutig vorliegen, werden sich mehr Studierende dazu entscheiden die Prüfung in das nächste Jahr zu verschieben in der Hoffnung auf bessere Lehr- und Lernumstände. Dies wäre für uns ja auch kein Problem, da die Regelstudienzeit trotz Ausbleiben der „Freiversuche“ verlängert wird.
Meine Hypothese ist also, dass durch das Abschaffen der „Freiversuche“ mehr Studierende als nötig ihre Prüfungen verschieben, weil sie unsicher sind ob das erlernte zum Bestehen der Prüfung ausreicht.
Die Hochschule darf die „Freiversuche“ nicht als Bonus für die Studierenden sehen, sondern vielmehr als absolut notwendiges Backup in dieser schweren Corona Zeit, welche unser Studium immens beeinflusst."

 

 

"Wenn die Corona-Regelung zur Möglichkeit der Prüfungsstreichung abgeschafft wird, lässt sich daraus ja im Umkehrschluss ziehen, dass Corona an dieser Hochschule als erledigt erklärt wurde.
Also dürfen dementsprechend auch alle Studenten ab Montag wieder in Präsenz unterrichtet werden. Ich hoffe man sieht die Sinnlosigkeit dieses Beschlusses.
Im Allgemeinen finden viele es sicherlich sehr unfair, dass die Studenten den Professoren alle möglichen Fehler nachsehen sollen (starke technische Schwierigkeiten, Verbindungsprobleme, fehlendes/ineffektives Vermitteln von Lehrinhalten, etc.) welche in Folge des Online Unterrichts entstehen und ein Komitee aus Professoren als Dank uns dann die Möglichkeit nimmt, dass unsere Probleme und Fehler ebenso respektiert werden.
Es sollte vielleicht auch bedacht werden welche Wirkung solche Entscheidungen nach Außen haben. Jeder neue potenzielle Student wird sich sicherlich nicht für eine Hochschule entscheiden, welche Probleme bei der Vermittlung durch Online Unterricht mit schärferen Klausurmaßnahmen „ausgleicht“."

 

 

"Ich finde es sehr schade, dass die Annulierungsmöglichkeit bei Prüfungsergebnissen abgeschafft wurde. Denn gerade die lindert für mich den Druck, die Prüfungen auch zu bestehen. Wenn man dann in dieser Situation auch noch als "Dankbarkeit" diese Möglichkeit abgeschafft wird, macht es die gesamte Pandemie viel viel schwerer. Ich bitte darum, dass ihr für uns Studenten kämpft und die Annulierungsmöglichkeit wieder für uns erkämpft.
Weiterhin würde mich einmal interessieren, mit welcher Begründung die Möglichkeit von den Profs abgeschafft wurde. "

 

 

"bezüglich der Erneuerung der Prüfungsbedingung ist es recht dreist zu behaupten, man könne den Studenten dies als gerechtfertigt verkaufen.
Nicht nur, dass der direkte soziale Austausch fehlt, es wird auch ein ungeheures maß an erhöhtem aufwand in der momentanen Situation erwartet. Professoren sind inkompetent den Studenten leichten Zugang zu Materialien und Vorlesungen zu ermöglichen, mit der Technik umzugehen, was an einer Hochschule für Technik empörend ist, sind für rückfragen nicht zu erreichen oder verschieben ihre Vorlesungen ohne den Studenten dies zeitnah mit zu teilen. Nicht zu erwähnen die Professoren, welche gar nicht erst zu Übungen erscheinen.
An dieser stelle ist zu erwähnen, dass die schuld nicht an den Professoren liegt, zumindest nicht an den meisten, jedoch ist es offensichtlich, dass viele mit der aktuellen situation, genauso wie wir, überfordert sind.
Uns wird keine vernünftige Arbeitsumgebung geboten und neben den Kostenpflichtigen Programmen, welche man sich als Student schlecht leisten kann, gibt es keine ordentliche Einarbeitung in diese. Man wird vor eine Aufgabenstellung gesetzt und ist überfordert, ohne die Möglichkeit seinen Nachbarn um Hilfe zu bitten. Der Austausch über soziale Medien ist auch wenig hilfreich, wenn der nächste Student eben so ahnungslos ist wie man selbst und die mail an den professor in dessen spam Ordner landet.
Darüber hinaus kommt die dauerhafte isolation welcher man nicht entkommen kann, da soziale events untersagt sind. Zu welchen man eh nicht die Zeit hätte, da jede Stunde welche man nicht arbeitet eine Stunde ist in welcher die Wahrscheinlichkeit Belege fertig zu bekommen oder eine Prüfung zu bestehen signifikant abnimmt.  Es gibt keine klare Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit mehr, was in meinem fall heist, das meine Freizeit nicht mehr existiert. Die Zukunft ist ungewiss und ob man den Abschluss noch schafft oder Jahre seines Lebens verschwendet hat ist etwas, womit man sich konstant konfrontiert sieht.
Dazu kommen die Ungewissheit über das Wohlbefinden Familienangehöriger und ob sie es noch schaffen ein leben mit Langzeit Folgen zu führen oder doch den Kampf mit dem Virus verlieren und als bereits vorab mental angeschlagene Person sieht der schnellstmögliche Ausweg aus all dem doch mittlerweile recht verlockend aus."

 

 

"ein dickes "DANKE" an den Senat im Namen aller Eltern, die ständig bei den Vorlesungen, Übungen etc. ihre Kinder auf dem Schoß oder quengelnd neben sich haben, nebenbei bei Schulaufgaben helfen dürfen, bzw auch einfach ganz auf Teilnamen verzichten können, da es einfach unmöglich ist sich mit unausgelasteten Kindern auf den Monitor zu konzentrieren.
In meinem Fall traute ich mich nach dem letzten Lockdown nur überhaupt etwas mitzuschreiben, da ich die Chance gehabt hätte, im gleichen Versuch zu wiederholen. Wenn die Kinder nun dauerhaft wieder weggesperrt werden, kann ich ja getrost bis in alle Ewigkeit "studieren"."

 

 

"Wird es noch eine Stellungnahme von offizieller Seite geben? Ich empfinde das einfach nur als eine pure Frechheit und fühle mich absolut verarscht, wenn man hört, dass sogut wie alle anderen Hochschulen und Universitäten bei den alten Regelungen bleiben."

 

 

"bis jetzt war ich mit dem Coronamanagement an der HTW ja wirklich zufrieden. Die neuen Beschlüsse, vor allem die Ablehnung des Beschlussvorschlags B9/188, grenzen ja aber schon fast an Realitätsverweigerung. Die bundesweite Notbremse kommt mit vielen Einschränkungen für die ganze Gesellschaft. Die gesundheitlichen, psychischen Folgen, welche die gesamte Situation mit sicht bringt, sind nicht absehbar und werden erst nach Corona zu Tage kommen. Ein normales Studium mit vernünftigen Rahmenbedinungen ist schon lang nicht mehr möglich. Diese Situation besteht seit Anfang 2020 und hat sich bis dato kein Stück verändert. Dementsprechend sollten die Rahmenbedingungen für uns Studierende auch nicht geändert werden, zumindest bis wir als Gesellschaft nicht über den Berg sind. Die Anforderungen an uns haben sich ja auch nicht geändert - finanziell, sozial und organisatorisch ist es immer noch eine Ausnahmesituation. Die Nichtannahme von Prüfungsergebnissen hat mir persönlich vor allem dabei geholfen das Studium mit weniger Druck anzugehen. Ich konnte befreiter lernen ohne dass ich die Angst haben musste, dass mich die ganze Ausnahmesituation das Studium kosten wird. Den Studierenden entgegenzukommen war damals ein mutiger Schritt, den viele Uni's und Hochschulen gegangen sind. Im Gegensatz zu anderen Bildungseinrichtungen, sozusagen im Alleingang, hält es die HTW Dresden nun für nötig ihren Studierenden das Leben in der ohnehin nicht einfachen Situation zu erschweren. Ich halte das für unemphatisch und realitätsfremd. Ich bin sehr enttäuscht und auch wütend über diesen Beschluss.

PS: Vor allem die Tatsache, dass die Beschlüsse bisher immer öffentlich per Mail kommuniziert wurden, und nun im Fall dieses Beschlusses überhaupt gar keine Information aktiv nach außen getragen wurde, ist umso deprimierender. Entscheidungen über andere hinweg treffen und dann mit dem Kopf wegducken, halte ich für feige."

 

 

"Aufgrund der Veröffentlichung der neuen Sonderreglungen, besonders die Reglungen zur Annulierung der Prüfungssemester, möchten ich und viele meiner Kommilitonen Bedenken äußern. Wir verstehen nicht so ganz wieso es zu dem Beschluss kam die Prüfungen nicht mehr annulieren zu können, obwohl sich im Bezug auf Online- und Präsenzlehre nichts verändert hat, die Corona Ampel immer noch auf Rot steht und die Corona Zahlen im Moment sogar wieder ansteigen. Wir würden uns wünschen dass dieser Beschluss vielleicht nocheinmal überdacht wird, oder vielleicht stattdessen andere Maßnahmen getroffen werden um den Prüfungsdruck zu verringern. Sollte an dieser Entscheidung nichts mehr zu ändern sein, würden wir uns zumindest  über eine ausführlichere Begründung dazu freuen."

 

 

"Ich finde die Beschlüsse sehr egoistisch auf seitens der HTW-Leitung und bin sehr enttäuscht, das in diese Richtung entschieden wurde.
Es erschließt sich mir nicht, welche Pro-Argumente es gibt für das Streichen der Freiversuche und auf das Pochen der Präsenzklausur. Es ist wirklich anstrengend die Klausuren mit Maske abzulegen.
Zur Onlinelehre: Ich finde Sie eigentlich gut, aber es ist ein völlig anderes lernen und überhaupt nicht mit der Präsenzlehre zu vergleichen. Dementsprechend kann auch nicht davon auszugehen sein, dass man keinen Freiversuch bräuchte.
Es fehlen die Lerngruppen und Hilfestellungen auch untereinander in der Vorlesung. Man kann sich nicht konzentrieren, wenn kleine Geschwister zuhause sind oder Eltern die alle 5 Minuten etwas von einem wollen, oder man finanzielle Sorgen hat, psychischen Belastungen intensiver ausgesetzt ist und (vorallem die im 2. Semester) noch keinen Kontakt mit seinen Komilitonen in echt knüpfen konnte! Die Freiversuche waren ein wunderbaren Mittel sich nicht komplett belastet zu fühlen und die Streichung dieser setzt einen enormen Druck auf die auf, die es eh nicht so leicht haben. Obwohl wir uns an die Situation gewöhnt haben, heißt es nicht, dass sie weniger schlimm ist. Im Gegenteil die Einsamkeit, Frustration und Work/Lifebalance haben sich drastisch verschlimmert.
Ich kann nicht verstehen wieso man so etwas beschließt obwohl sich nichts geändert hat. Es kommt mir so vor als wäre es den Dozenten zu viel Arbeit die Klausuren zB Online hochzustellen. Doch am Ende laden die nur Ihre Folien hoch und machen ein paar Videos, aber wir müssen das Alles selbst erarbeiten in einer Umgebung in der man sich nicht konzentrieren kann und nicht gefördert wird. Und da wir am Ende die Prüfungen schreiben (meistens gleich zu den normalen Semestern) finde ich es sehr unfair.
(auch hier noch einmal  das Argument, dass andere Universitäten so weiter machen wie davor)
Die Coronazahlen ändern sich nicht und es ist sehr blauäugig davon auszugehen dass, man ab Mai die Coronaampel ändern könnte und alle Studenten direkt im Stoff sind und normale Klausuren stattfinden.
Vorallem sollte von einer Akademischen Einrichtung angenommen werden, dass die die letzten sind die auf eine Zusammenkunft vieler Personen aus ist und Studierenden im Weg steht mit den Freiversuchen.
Die Freiversuche animieren einen eher noch an mehreren Prüfungen teil zu nehmen und hat bei uns (zB in Mathe) für einen Anstieg der Leistungen gesorgt.
Der Beschluss kommt mir zudem sehr ungeahnt. Ich habe mich nicht von meinen APLs abgemeldet, da ich dachte die Situation wird sich ja nicht so schnell ändern und stehe nun mit einigen Versuchen weniger da."

 

 

"In manchen Studienfächern konnte in diesem Semester wieder kein Praktikum stattfinden (z.B. Fahrzeugtechnik). Das sehe ich als Nachteil für das Absolvieren von Prüfungen in den betreffenden Modulen und deswegen sollte die Annullierung schon deswegen möglich sein, weil keine fachgerechte Lehre stattgefunden hat."

 

 

"Ich bin von der Entscheidung der Hochschule bezüglich der Prüfungen in diesem Semester sehr enttäuscht. Meiner Meinung nach hat sich dieses Semester im Vergleich zum letzten Semester gar nichts verändert und ich verstehe nicht, wieso es dieses Mal komplett andere Regelungen bezüglich der Prüfungen gibt. Um genauer zu sein, gehen Sie bei Ihren Prüfungsregelungen von einem "normalen" Semester aus, welches dies definitv nicht ist. Weder die Professoren noch die Studenten sehen ein komplettes Online-Semester als normal an und es kann nicht erwartet werden, dass bei solchen Umständen die gleichen Leistungen erbracht werden müssen wie bei einem Präsenzstudium.
Der Alltag eines Studenten ist während der Corona-Zeit schon schwer genug. Fast all die Aktivitäten, die ein Studium schön machen, sind zur Zeit nicht möglich und trotzdem wird erwartet, dass man dann in Höchstform zu den Prüfungen erscheinen soll, als wäre das Semester ganz normal abgelaufen.
Ich hoffe, dass Sie ihre Entscheidung noch einmal überdenken und andere Regelungen treffen.
Diese Corona-Semester sind für Niemanden auch nur annähernd angenehm und es muss nicht sein, dass die Hochschulleitung uns Studenten noch weniger entgegenkommt."

 

 

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